Teures Wohnen in Städten

Wer auf der Suche nach einer leistbaren Wohnung in einer Stadt ist, braucht Nerven. Es werden derzeit (2019) zwar wieder viel mehr Wohnungen gebaut, aber wenn man sich die Preise ansieht, dann wird man kaum etwas günstiges finden. Wir wollen hier der Sache ein wenig auf den Grund gehen.

Leistbare Wohnungen fehlen

Experten der Arbeiterkammer haben festgestellt, dass trotz steigendem Bauvolumen wirklich leistbare Wohnungen nach wie vor fehlen. So gesehen werden Wohnungen gebaut, die sich niemand leisten kann – oder auch will. Die Zahlen sprechen hier eine eindeutige Sprache: 60% der Neubauten in Wien zum Beispiel sind frei finanziert, der Rest sind geförderte Wohnungen. Laut Wohnbauvereinigung der Privatangestellten können sich aber 80% der Bevölkerung so eine frei finanzierte Wohnung gar nicht leisten. Somit relativiert das die Aussage, dass genügend Wohnungen gebaut werden wieder sehr rasch.

Wenig Platz = teure Grundstücke

Durch die verstärkte Bautätigkeit kommt es immer mehr zu einer Verknappung an bebaubarem Gründen. Daher steigen die Preise stetig. Die Steigerung in Wien auf Baugrundstücke betrug von 2008 – 2018 satte 114% (!). Im selben Zeitraum stiegen auch die Preise für gebrauchtes Wohnungseigentum um ebenfalls 98%. Das sind wirklich enorme Renditen und daher auch mit ein Grund warum das Wohnen in Städten so teuer geworden ist. Zudem ist es gemeinnützigen Bauträgern nur gestattet Gründe zu bebauen, die maximal 300,- Euro pro m2 kosten.

Wohnen macht arm

Je geringer das Einkommen, desto höher die Wohnkosten. Laut einer Erhebung der Nationalbank, machen bei 25% der niedrigsten Einkommen die Wohnkosten bereits die Hälfte des Haushaltseinkommens oder mehr aus. Österreichweit gesehen liegen die derzeitigen Wohnungspreise im Durchschnitt um 14% über dem Marktwert – in Wien angeblich sogar bei 26%. Daher sollte unbedingt viel mehr an Wohnbauförderung bereitgestellt werden, um leistbares Wohnen vor allem im städtischen Bereich zu gewährleisten.

Widmungskategorien

Neue Widmungskategorien (speziell in Wien) sollen in Zukunft Abhilfe schaffen. Damit sollen für den geförderten Wohnbau mehr günstige Grundstücke zur Verfügung gestellt werden. Bleibt abzuwarten, wie sich das mit der Wohnbaunovelle weiter entwickelt. Laut Wohnungsexperten soll es ab Mitte 2020 eine leichte Entspannung am Wiener Wohnungsmarkt geben.

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