Heizen aus der Steckdose

In Zeiten der Diskussionen über den Klimawandel kommen immer mehr Anbieter mit Elektroheizungen auf dem Markt. Natürlich werden diese Heizsysteme von den Verkäufern als besonders preiswert, einfach und angenehm angepriesen. Aber was steckt genau dahinter, und sind dieses Systeme wirklich so günstig wie beschrieben? Wir wollen hier ein wenig Licht ins Dunkel der Stromheizungen bringen.

Grundlegende Unterschiede

Zuerst muss man zwischen zwei Wärmearten unterscheiden. Das eine, die herkömmliche und vielseits bekannte Konvektionsheizungswärme, wo durch einen Radiator die Luft zum Zirkulieren gebracht wird und sich diese Wämewalze durch den Raum dreht. Die Warme Luft steigt auf und die kalte Luft sinkt ab. Dadurch entsteht das subjektive Gefühl, dass es oben wärmer ist als unten. Das andere ist die Strahlungswärme, die von einer Wandfläche Wärme gleichmäßig in den Raum strahlt. Diese Wärmestrahlung – man kennt sie auch vielleicht vom angenehmen Kaminfeuer – ist Infrarotlicht. Und genau um diese Art der Heizungen geht es nun.

Wärmeabgabe

Überall dort wo die Wärmeabgabe über Strahlung abgegeben wird, könnte man von einer „Infrarotheizung“ sprechen. Jedoch wird niemand auf die Idee kommen einen Kachelofen oder das Kaminfeuer als Infrarotheizung zu bezeichnen. Daher ist es wichtig den Strahlungswirkungsgrad zu kennen. Je höher dieser ist, desto eher kann man von einer Infrarotheizung sprechen. Ebenfalls signifikant für Strahlunsgwärme ist, dass es zu keiner oder kaum Luftkonvektion kommt (wie bei einer Fußbodenheizung oder Deckenstrahlheizung). Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Heizkörper hat eine Strahlungwirksamkeit von 20-25%. Eine Fußbodenheizung oder Wandheizung jedoch bis zu 60%.

Kosten: Anschaffung / Betrieb

Mittlerweile kann man Infrarot und Wandheizungen schon beim Lebensmitteldiskonter („alles andere ist overpriced“) kaufen. Die Dimensionierung der Heizung ist abhängig von der Größe des Raumes der beheizt werden soll. Kleinere Wandpaneele haben so ab ca. 300 Watt und nach oben hin geht es bis auf 900 Watt und mehr. Mit einer 300 Watt – Heizungen geht es sich grade mal für kleine Räume mit einer Größe von 4-7 m² aus. Ab einer von Leistung 400 Watt, können 6-12 m² Wohnfläche gut beheizt werden, was einem Kinderzimmer oder kleinen Arbeitszimmer entspricht. Mit 500 Watt beheizen Sie 8-14 m², 600 Watt können 10-16 m² erwärmen und 700 Watt sogar 12-18 m².
Für größere Räume gibt es auch stärkere Infrarotheizungen: 800 Watt reichen für 13-20 m² und 900 Watt für 15-22 m². [Quelle: infrarotheizung.org ]
Je höher natürlich die Leistung desto teurer der tagtägliche Betrieb.


Umweltfreundlichkeit

Nun, wenn man dem Trend folgen will, dass „emmisionsfreie“ Mobilität mit Strom ach so sauber sein will, dann müßte grundsätzlich dasselbe ja auch für das heizen mit Strom gelten. So ist es aber leider nicht. Warum, werden sie sich fragen? Ganz einfach, weil sich grüner Strom im Winter aufgrund der Tageslänge und auch der Sonnentage schwer in ausreichender Menge erzeugen läßt. Wer also eine Photovoltaikanlage am Dach hat, wird gerade im Winter nur einen kleinen Teil des Strombedarfes für das heizen verwenden können. Zudem müssen in der Winterzeit oftmals kalorische Kraftwerke dazugeschaltet werden um überhaupt eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Es wird abzuwarten sein, wie das dann mit unseren E-Autos im Winter sein wird – oder ob wir dann wieder zu Fuß gehen (wenn es sich irgendwann einmal durchgesetzt haben sollte…)

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